6. Pit R. Struckhof
Vita
Am 26. August 2005 wurde Pit Rasmus Struckhof Erdenbürger. Vater Detlef Struckhof sagt zu ihm immer: „Zum Glück bist du in der Freien und Hansestadt Hamburg geboren worden, denn die kennt wenigstens jeder. Da erübrigt sich überall auf der Welt jede Erklärung.“ Und er spricht als Angehöriger des sogenannten Emmericher Familienzweigs aus Erfahrung. Die Mutter Kirsten Kemkes-Struckhof, gebürtige Emmericherin, kann da nur zustimmend nicken.
Foto: Seit 8. September 2011 ein Schulkind (just)
Neuer Lebensabschnitt: Schulkind
Pit wurde um 14.51 Uhr geboren und wog damals 2.370 Gramm. Er war 45 Zentimeter groß. Seit dem 8. September 2011 ist der jetzt in Bonn lebende Ein-Meter-Neun-Hamburger ein Schulkind. In der dortigen Erziehungseinrichtung haben seine Eltern gar einen der begehrten OGS-Plätze für ihn ergattert. In der offenen Ganztagsschule (OGS) wird er auch in den Ferien betreut - nicht nur von den netten OGS-Erzieherinnen, sondern auch von den größeren Mitschülerinnen, was der Kaperfahrtfahrer sichtlich genießt.
Vaterschaftstest nicht notwendig
Die Sterne meinen es übrigens gut mit ihm. Pit ist vom Sternzeichen her eine Jungfrau geworden, den Löwen hat er um nur zwei Tage verpasst. Für einen Jungen wäre Löwe eigentlich besser gewesen, glauben alle. Doch der Aszendent passt sehr gut zu ihm: Skorpion, genau wie beim Vater. Und die Jungfrau hat er von der Mutter geerbt. Vaterschaftstests erübrigen sich bei diesen erdrückenden Beweisen, finden die Eltern. Und im August 2011 traf Pit auf dem Theatergelände der Burg Satzvey auf Pinoccio. Dort lernte der bereits echte Junge, dass es sich lohnt, zur Schule zu gehen, wenn man kein Esel werden will.
Foto: Pinoccio was voraus (August 2011).
Pfarrer: "Im schlimmsten Fall wirst du evangelisch"
Seit Palmsonntag, 9. April 2006, ist Pit Rasmus römisch-katholisch getauft, so wie seine Mutter, die er Mama nennt. Der evangelisch-lutherische Vater findet das jedoch nicht schlimm. Er sagt: „Es handelt sich immerhin um die älteste christliche Glaubensrichtung mit unglaublichen beruflichen Karrierechancen, denn auch deutsche Staatsbürger können mittlerweile wieder Papst werden. Selbst Martin Luther wäre ein guter Papst geworden, wenn der Vatikan seine Thesen ernst genommen hätte.“ Und einem Religionswechsel steht langfristig sowieso nichts im Weg. Gar der Taufpfarrer sagte bei der Taufe: „Du kannst später selbst entscheiden, welcher Religion du mal angehören willst. Im schlimmsten Fall wirst du evangelisch.“ Da lachten alle Anwesenden - darunter auch die Taufpaten Onkel Kai Kemkes und Tante Ilka Struckhof.
Die römisch-katholische Taufe wurde vom Freund des Vaters, Pfarrer Jack van Lent aus dem niederländischen Doetinchem, zelebriert. Beim Löffeln des Salzes hat der junge Christ noch tapfer stillgehalten, aber beim dritten Mal Wasser über den Kopf schütten, musste er doch einmal kurz schimpfen und die heilige Salbe roch schon ein wenig ranzig. Dafür gab es vom Pfarrer - auf Wunsch des Vaters - nach evangelischem Brauchtum einen Taufspruch: "Für die Welt bist du irgendjemand, für irgendjemand bist du die Welt."
Foto: Taufe im Haus Aspel, Rees-Haldern, 2006
Pit bedeutet Fels
Pit ist die alte norddeutsche Kurzform des Vornamens Peter. Peter ist biblisch, leitet sich von Petrus ab*. „Das ist der, der das Himmelstor aufschließt“ sagen Pits Eltern. Außerdem bedeutet der griechische Name: der Fels.
Kaperfahrer hießen oft Pit - Berufliche Planung: Feuerwehr
Der Junge heißt jedoch vor allem deshalb Pit, weil er ein kleiner liebenswerter Kaperfahrtfahrer werden soll. Im berühmten deutschen „Kaperfahrtlied“ wird nämlich von Jan und Hein und Klaas und Pit gesungen, die alle Bärte hatten, und deshalb mit in die Welt hinaus fahren durften. Vielleicht fährt Pit irgendwann auch mal zur See, wenn er einen richtigen Bart hat. Noch wischt die Mutter seine wiederkehrenden Milchbärte immer sofort weg. Auch wenn der Vater Marinereservist ist, und "die Marine jetzt Akte der Piraterie verhindert", wie es offiziell heißt, findet er: „Etwas liebenswerte Nostalgie darf schon sein. Piraten sind immer gut für spannende Kinderabenteuer“. Zurzeit plant Pit seine berufliche Zukunft jedoch bei der Feuerwehr. Fast jeden Tag werden neue Ausrüstungsgegenstände gebastelt. Da wird zum Beispiel die Trinkflasche schnell zur Sauerstoffflasche fürs Atemgerät umfunktioniert. Ganz toll findet der Sechsjährige auch die ZDF-Rettungsflieger sowie die Feuerwehrleute und Polizisten von Playmobil sowie der ZDF-Fernsehserie Hafenkante, die er manchmal zusammen mit Papa sehen darf, wenn am nächsten Tag keine Schule ist.
Foto: Drachen gebaut im August 2011 (kks)
Liebenswerter Schutzpatron
Rasmus ist die Kurzform des Vornamens Erasmus. Das ist ein sehr alter Vorname griechischen Ursprungs und bedeutet der Liebenswerte, der Holde. Der heilige Erasmus ist einer der vierzehn Nothelfer und der Schutzpatron der Seeleute*. Insgesamt haben sich Pits Eltern also echt Gedanken zu seinem Vornamen gemacht.
Foto: Paprikabauern 2011: Mama und Pit (dest)
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* Quelle: Duden Vornamenlexikon
(Stand dieser Seite: 11.09.2011)